Von 1965 bis 1971 studierte Imi Knoebel bei Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zu Beginn seiner Laufbahn orientierte er sich stark an den russischen Konstruktivisten des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere an Kasimir Malewitsch. Der Ideenwelt der gegenstandslosen und konstruktivistischen Malerei ist er bis heute verpflichtet.
Form, Struktur und Farbe stehen im Zentrum seines Schaffens und werden in unterschiedlichen Medien wie Zeichnung, Malerei, Fotografie und Installation untersucht. Charakteristisch für Knoebel ist die Verwendung von schlichten Materialien wie Sperrholz und Hartfaserplatten. Das Arbeiten in Serien und Werkgruppen, in denen er eine Idee in ihren möglichen Erscheinungsformen durchspielt, ist ebenfalls kennzeichnend. Reduziert sich seine Farbpalette in den frühen Jahren noch auf weiß, schwarz und braun, so entstehen ab 1977 zunehmend Werke von starker Farbigkeit.
Neben Bildern der frühen 1980er Jahre, in die Knoebel gefundenes Material und Schrottstücke integriert, werden in der Ausstellung auch „Figurenbilder" gezeigt. Sie spielen das Prinzip des Zusammenfügens unterschiedlich farbiger Einzelteile zu einem Ganzen durch. Ab 1990 entsteht die „Grace Kelly"-Serie, aus der mehrere Bilder in der Ausstellung zu sehen sind. Das bis dahin eingeschränkte Farbspektrum wird von Knoebel ins Unendliche erweitert und erforscht.
Der Raum nimmt in Imi Knoebels Schaffen eine zentrale Stellung ein. Bereits Knoebels früheste Arbeiten wie der berühmte „Raum 19" sind Raumkonzepte. Ende der 2000er Jahre entwickelt er aus den Aluminiumbildern frei stehende, offene Räume. Damit schafft er einen Bildraum, der zugleich auch Skulptur ist: ein Erfahrungs- und Denkraum, der durch seine formale Spannung ein Ort des Bewusstseins wird.
