Film

Auf der Piazza del Popolo kommt Schifano Anfang der 1960er Jahre in engen Kontakt mit der Filmszene. Er lernt Regisseure wie Pier Paolo Pasolini, Federico Fellini und Marco Ferreri kennen und freundet sich mit dem Filmkritiker und Schriftsteller Alberto Moravia an.

„In New York ist das Modernste das Kino“, schreibt Schifano dann 1964 aus den USA an seinen Künstlerfreund Franco Angeli. Dort entdeckt er das Underground-Kino mit den avantgardistischen Filmen von Andy Warhol für sich. Kurz darauf dreht er eigene experimentelle Filme, die für einige Jahre in den Fokus seines künstlerischen Schaffens rücken.

Neben mehreren Kurzfilmen entsteht in dieser Phase auch eine Trilogie von Langfilmen, darunter Umano non Umano (1969), das komplexeste filmische Projekt Schifanos. Der 95-minütige Film verzichtet bewusst auf eine lineare Handlung. Stattdessen entfaltet er sich als eine episodische Collage aus unterschiedlichem Bildmaterial wie inszenierten Sequenzen, Interviews, von flimmernden Fernsehbildschirmen aufgenommenem „Found Footage“ und dokumentarischen Momenten – verbunden durch den stetigen Pulsschlag eines menschlichen Herzens. Die Struktur des Films lebt vom Kontrast und dem Überblenden der Bilder und macht so die Widersprüche und Komplexität der damaligen Gegenwart sichtbar.

Mit Finale muto da ex film (1975) überführt Schifano die visuelle Sprache des Kinos in die Malerei. Die vier großformatigen Arbeiten basieren auf Filmstills aus dem Historiendrama Meuterei auf der Bounty (1962), die als Siebdrucke auf spezielle Kunststofffolien übertragen und anschließend malerisch vom Künstler überarbeitet werden. Ihre Größe und langgestreckten Formate zitieren das Breitbildformat von Kinofilmen, die Präsentation im abgedunkelten Raum verstärkt den Eindruck eines Kinoerlebnisses. Schifano verwandelt das bewegte Bild in gemalte Erinnerung, ein stilles Echo des Films, eingefroren zwischen Leinwand und Projektion.

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