1934:
Mario Schifano wird am 20. September in Homs, Libyen, geboren
Mitte der 1940er Jahre:
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges: Umzug der Familie von Afrika nach Rom, Italien
1951–1962:
Nach frühzeitigem Schulabbruch, Jahren der Gelegenheitsarbeit und absolviertem Militärdienst wird Schifano Assistent seines Vaters am Etruskischen Nationalmuseum der Villa Giulia in Rom. Neben dieser Tätigkeit beginnt er zu malen
1959:
In der Galerie Appia Antica in Rom findet die erste Einzelausstellung des Künstlers statt
1960:
Schifano fasst den Entschluss, Maler zu werden
In der Galerie La Salita in Rom sind neben Werken von Tano Festa, Franco Angeli, Francesco Lo Savio und Giuseppe Uncini Arbeiten von Schifano in der bedeutenden, von Pierre Restany organisierten Gruppenausstellung 5 Pittori – Roma 60 zu sehen
Die Werkreihe der Monochromi, emblematische Gemälde, die von der Realität des Alltäglichen, wie großflächigen Schildern oder Zebrastreifen inspiriert sind, erregen das Interesse der Kritiker
1961:
Erste Einzelausstellung in der Galerie La Tartaruga
Die einflussreiche US-amerikanische Galeristin Ileana Sonnabend nimmt Schifano als ersten italienischen Künstler unter Exklusivvertrag
1962 :
Die Motive in Schifanos Malerei beginnen sich zu verändern: Vergrößerte Details von Werbetafeln halten Einzug in seine Bildwelt. Vor allem Fragmente von Logos der Firmen Coca-Cola, Esso und Cities Service Company sind fortan wiederholt Bestandteile der Werke des Malers
Schifano ist an der wichtigen Gruppenausstellung International Exhibition of the New Realists in der Sidney Janis Gallery in New York beteiligt. Neben ihm sind unter anderem Andy Warhol, Tom Wesselmann, Roy Lichtenstein und Mimmo Rotella zu sehen. Fortan gilt Schifano vielen als wichtiger Protagonist einer italienischen Pop Art
1963:
Mit dem Umzug der Galerie La Tartaruga an die Piazza del Popolo in Rom formiert sich ein loser Zusammenschluss gleichgesinnter Künstler, die das darunter befindliche Caffè Rosati, sowie den öffentlichen Raum des Platzes selbst als Ort des Austauschs und Raum für Kreativität dem privaten Atelier vorziehen. Neben Schifano zählen unter anderem Tano Festa und Franco Angeli sowie später Jannis Kounellis und Pino Pascali zu dieser sogenannten Scuola di Piazza del Popolo
Ileana Sonnabend widmet Schifano in ihrer Pariser Galerie eine Einzelausstellung. Aufgrund unterschiedlicher Ansichten bezüglich Schifanos künstlerischer Entwicklung endet die Zusammenarbeit allerdings bereits im selben Jahr. Es entstehen verstärkt Werke mit Landschaftsbezügen.
Gemeinsam mit Anita Pallenberg unternimmt Schifano im Dezember seine erste Reise in die USA. Dort macht er Bekanntschaft mit zahlreichen Künstlern und Literaten, darunter Frank O’Hara, Jasper Johns, Jim Dine und Andy Warhol. In New York unterhält er während seines sechsmonatigen Aufenthalts ein Atelier und arbeitet nahezu unaufhörlich an Zeichnungen und Skizzen. Zudem beginnt er, sich mit dem Medium Film zu beschäftigen und dreht erste Kurzfilme
1964:
Schifano ist eingeladen, an der 32. Biennale von Venedig teilzunehmen. Die Ausstellung wird der Pop Art zu ihrem internationalen Durchbruch verhelfen. In den drei dort gezeigten Werken setzt sich Schifano unter anderem mit der Malerei der italienischen Futuristen auseinander
1966:
Erste Verhaftung wegen Drogenbesitzes. 1969, im September 1971, Dezember 1973, im April 1975 und im Dezember 1982 folgen weitere
1967:
Am 28. Dezember spielt die von Schifano initiierte Musikgruppe Le Stelle di Mario Schifano im Piper Club in Rom eines ihrer ersten Konzerte. Von Schifano gefilmte Sequenzen sowie Projektionen handbemalter Farbfolien und Diapositive begleiten die Musik visuell. Das Konzert gilt als die erste Multimedia-Live-Show Italiens
Ebenfalls um das Jahr 1967 freundet sich Schifano mit den Mitgliedern der legendären Rockband The Rolling Stones an
1968/69 Dreharbeiten an der Filmtrilogie Satellite, Umano non umano und Trapianto, consunzione e morte di Franco Brocani
Aufgrund einer existenziellen Krise zieht sich der Künstler in sein Atelier zurück und erwägt, die Malerei gänzlich aufzugeben
1969:
Die Rolling Stones veröffentlichen auf ihrem Studioalbum Let it bleed das von Mario Schifano inspirierte und ihm gewidmete Stück Monkey Man
Aufgrund Drogenbesitzes verbringt Schifano einige Zeit im römischen Gefängnis Regina Coeli. Sein mondäner Lebensstil und seine Drogenexzesse bringen ihm den Ruf, ein „verfluchter Künstler“ (artista maledetta) zu sein ein und rücken ihn in die Schlagzeilen der Boulevard Presse. Auch seine kurze Beziehung zur britischen Sängerin Marianne Faithfull befeuert das mediale Interesse
1970:
Schifano reist erneut in die USA, dieses Mal zusammen mit Nancy Ruspoli. Der Aufenthalt dient der Recherche möglicher Drehorte für den geplanten Film „Laboratorio Umano“. Dieser wird jedoch nie realisiert. Stattdessen bindet Schifano zahlreiche der auf dieser Reise entstandenen Fotografien später in seine Malerei ein
Schifano vollendet die ersten Werke seiner neuen Serie Paesaggio TV
1974:
Im Palazzo della Pilotta (Salone delle Scuderie) in Parma ist die erste wichtige Retrospektive des Künstlers zu sehen
1975:
Im April wird Schifano erneut wegen Besitzes von Opiaten verhaftet. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, entscheidet er sich für eine zeitweise Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus Santa Maria della Pietà in Rom
1978:
Teilnahme an der 38. Biennale von Venedig
1978-1981:
Gesundheitlich und körperlich stark angeschlagen entstehen hauptsächlich Arbeiten auf Papier
1981 :
Aufenthalt und Entzug in der Klinik Montello di Roma
1982:
Schifano lernt Monica De Bei kennen, die er wenig später heiratet
Es entstehen neue Werkzyklen mit expressivem Gestus, die eine stilistische Nähe zur Transavanguardia zeigen. Er entwickelt sein Landschaftsthema aus den 1960er Jahren weiter und schafft Arbeiten, die von Claude Monets Seerosenbildern inspiriert sind
1984:
Teilnahme an der 41. Biennale von Venedig
1985:
In Florenz malt Schifano vor 6.000 Zuschauern während einer Live-Performance das Monumentalwerk La Chimera
Mit der Geburt seines Sohnes Marco halten Motive aus der Spielzeugwelt Einzug in Schifanos Kunst
1989:
Für die Tour de France gestaltet Schifano die Trikots der Disziplinführenden wie auch das gelbe Trikot des Ersten der Gesamtwertung
1991:
Schifano setzt sich in seinen Werken verstärkt mit politischen Themen wie dem Zweiten Golfkrieg auseinander
1993:
In der Hauptausstellung der 45. Biennale von Venedig ist Schifano ein eigener Raum gewidmet
1995:
Schifano geht eine Kooperation mit dem italienischen Teleshopping-Sender Telemarket ein, für deren Verkaufsprogramm er in Serie produzierte Werke herstellt
1998:
Am 26. Januar stirbt Mario Schifano in Rom an den Folgen eines Herzinfarkts
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